State of Agile Report 2025

agilophil Podcast Folge 182: State of Agile Report 2025

State of Agile 2025 – Was wirklich zählt und was das für uns in Deutschland bedeutet

In dieser Folge spreche ich über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem 18th State of Agile Report 2025 und ordne ein, was diese Ergebnisse für uns in Deutschland bedeuten – insbesondere für Agile Coaches, Scrum Master – sowohl Freelancer als auch Job-Suchende. Der Bericht zeigt klare Trends, die 2026 entscheidend beeinflussen werden.

Globale Trends: Wie agil sind Unternehmen wirklich?

Der aktuelle State of Agile Report basiert auf weltweit erhobenen Daten von Juli bis August 2025. Besonders auffällig ist, dass Agilität zwar weiter verbreitet ist, aber nur selten tief verankert wird. Viele Organisationen arbeiten heute in agilen oder hybriden Modellen, bleiben jedoch auf der Ebene von Prozessen und Ritualen stehen – ohne eine wirkliche Mindset-Veränderung.

Während die Transparenz durch Tools und Automatisierung zunimmt, bleibt die Qualität der Entscheidungen oft hinter den Erwartungen zurück. Viele Unternehmen messen zwar mehr, aber nicht unbedingt das Richtige. Dashboards ersetzen keine klare Priorisierung und keinen Fokus auf Wertschöpfung.

Ein weiterer starker Trend ist die zunehmende Integration von KI-Technologien in den Arbeitsalltag. Teams nutzen KI bereits für Testautomatisierung, Risikobewertung, Backlog-Pflege oder Code-Generierung. Gleichzeitig fehlt es an Leitplanken, klaren Zuständigkeiten und strategischer Einbettung. KI ist da – aber oft unkontrolliert und ohne Governance.

Führung als entscheidender Hebel – und als Schwachstelle

Eine zentrale Botschaft des Reports lautet: Nur 15 % der Führungskräfte beteiligen sich aktiv an der Ausgestaltung agiler Praktiken. Das bedeutet, dass 85 % Agilität nicht oder nicht mehr als Priorität sehen. Diese Lücke wird noch größer, wenn man bedenkt, dass 76 % der Manager zugleich unter Druck stehen, den wirtschaftlichen Nutzen von Agilität nachzuweisen.

Damit wird deutlich: Ohne aktive Führung bleibt Agilität Stückwerk. Die Autoren des Reports raten deshalb zu einer konsequenten Einbindung von Führungskräften in Priorisierung, Outcome-Reviews und Entscheidungsprozesse.

Hybride Modelle als neuer globaler Standard

Reine Lehrbuch-Agilität ist in den seltensten Umgebungen praktikabel. 74 % aller befragten Organisationen arbeiten deshalb bewusst in hybriden Modellen. Diese Mischformen gelten nicht als Abweichung, sondern als ausgereiftere, kontextangepasste Form von Agilität. Der Fokus verschiebt sich dabei weg von Ritualen und hin zu Ergebnissen: Agilität wird zunehmend als Betriebssystem entlang von Wertströmen verstanden – weniger als Methode, mehr als Operating Model.

Rollen wie Agile Coaches, Scrum Master oder Product Owner agieren heute stärker strategisch und strukturell. Es geht nicht mehr nur um Zeremonien, sondern um Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, messbare Wirkung und datenbasierte Entscheidungen.

Daten & Metriken: Sichtbarkeit ja – Wirkung nein

Trotz automatisierter Tools stützt sich fast die Hälfte der Unternehmen noch immer auf manuelle Datenquellen wie Excel oder PowerPoint. Das erklärt, weshalb Priorisierung und Impact-Messung weiterhin zu den größten Herausforderungen gehören. Was fehlt, ist eine Outcome-Logik: ein durchgängiger Zusammenhang von Strategie, Metriken und Kundensignalen.

Der Report empfiehlt daher klar: zuerst definieren, welche KPI-Nadel sich wohin bewegen soll, erst dann Tools auswählen oder KI integrieren.

KI: Chancen, Risiken und die Notwendigkeit klarer Governance

65 % der Unternehmen nutzen bereits generative KI, 57 % Code-Assistenten, und mehr als ein Viertel experimentiert mit autonomen Agenten. Doch der Report warnt deutlich: Ohne Datenqualität und Governance verstärkt KI bestehende Probleme. „Garbage in, garbage out“ gilt heute mehr denn je.

Empfohlen wird im State of Agile Report ein dreistufiges Vorgehen:

  1. Führung einbinden.
  2. Ziele und Metriken vorab definieren.
  3. KI in bestehende Wertströme integrieren, statt isolierte Lösungen zu bauen.

KI wird damit zum Teammitglied – mit klaren KPIs, Kontrollmechanismen und einem definierten Verantwortungsrahmen.

Was bedeutet das für Deutschland?

Viele globale Trends spiegeln sich in Deutschland wider – mit einigen Besonderheiten. Bitkom bestätigt, dass Agilität in Deutschland angekommen ist, aber kulturell oft nicht tief genug verankert wird.

Hybride Modelle sind bei uns nicht nur verbreitet, sondern teilweise zwingend notwendig – etwa im Mittelstand, in regulierten Branchen oder bei langen Budgetzyklen.

Marktlage für Freelancer und Solo-Selbstständige

Die wirtschaftliche Stimmung ist herausfordernd. Der Jimdo-ifo-Index zeigt rückläufige Erwartungen, und der Freelancer-Kompass von Freelancermap beschreibt eine verhaltene Grundstimmung. Gleichzeitig wächst die Nachfrage in Nischen, in denen messbarer Nutzen entsteht: KI-Integration, Governance, Data-Enablement, agile Transformationen.

Wer generische Agilität anbietet, hat es zunehmend schwer. Wer dagegen ergebnisorientiert arbeitet – und das messbar macht – wird gefragt bleiben.

Konkrete Handlungsimpulse für 2026

  • Fokus auf Outcome, nicht Frameworks.
  • Hybride Arbeitsmodelle bewusst gestalten.
  • KI einsetzen – aber mit Governance.
  • Führungskräfte einbinden und befähigen.
  • Wirkung messbar machen – Budgets folgen Ergebnissen, nicht Methoden.

Für Freelancer und Coaches bedeutet das: Angebote mit klaren Ergebnispaketen, Metrik-Setups, KI-Kompetenz und Mini-Cases strukturieren. Fachliche Tiefe schlägt Methodenfolklore.

Fazit

Agilität ist nicht tot – aber reifer geworden. Hybride Modelle sind der neue Standard. Entscheidend sind Geschäftsimpact, Datenbasis und bewusste Gestaltung. Für 2026 wird die Verzahnung von Agilität, Datenkompetenz, KI und Governance immer wichtiger. Wer diese Felder beherrscht, wird auch in einem anspruchsvollen Markt erfolgreich sein.

Ressourcen & Links

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Dein agilophiler

Frank

Weitere Episoden des agilophil Podcasts findest du auf der Übersichtsseite Podcast.

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