Moving Motivators

agilophil Podcast Folge 192: Moving Motivators für mehr Commitment

Mehr Commitment mit Moving Motivators – Motivation im Team wirklich verstehen

Wie entsteht echtes Commitment im Team – und warum fehlt es oft trotz agiler Methoden? In dieser Episode des agilophil Podcasts gehe ich genau dieser Frage auf den Grund. Ich zeige dir, warum Commitment der zentrale agile Wert ist und wie du mit den Moving Motivators ein wirkungsvolles Tool nutzen kannst, um Motivation sichtbar und besprechbar zu machen.

Warum Commitment der Schlüssel in der agilen Zusammenarbeit ist

In der agilen Praxis begegnen uns immer wieder ähnliche Herausforderungen: Backlogs fühlen sich wie einfache To-do-Listen an, Aufgaben werden abgearbeitet, aber der eigentliche Sinn der Arbeit geht verloren. Genau hier lohnt sich ein Blick auf die fünf Scrum-Werte: Fokus, Offenheit, Respekt, Mut und Commitment.

Aus meiner Sicht ist Commitment der verbindende Faktor zwischen all diesen Werten. Denn:

  • Mut bleibt wirkungslos ohne echtes Engagement
  • Respekt wird zur reinen Höflichkeit ohne Verbindlichkeit
  • Fokus verliert seine Kraft ohne echtes Zielstreben
  • Offenheit bleibt folgenlos ohne Handlungsbereitschaft

Commitment bedeutet mehr als nur eine Zusage. Es ist die bewusste Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen und sich wirklich einzubringen – mit dem Ziel, einen echten Unterschied zu machen.

Motivation verstehen statt einfordern

Doch wie entsteht Commitment überhaupt? Reicht es, Werte zu definieren?

Meine Erfahrung zeigt: Nein. Werte allein erzeugen keine Motivation. Erst wenn sie eine persönliche Bedeutung bekommen, entfalten sie ihre Wirkung. Motivation entsteht individuell – abhängig von Persönlichkeit, Kontext und innerem Zustand.

Ein hilfreiches Modell ist hier das „innere Team“: Verschiedene innere Anteile beeinflussen unser Verhalten je nach Situation. Und genau diese Anteile reagieren auf unterschiedliche Motivatoren.

Die Moving Motivators nach Jurgen Appelo

Mit den Moving Motivators aus dem Management 3.0 Ansatz gibt es ein einfaches und zugleich tiefgehendes Modell, um Motivation greifbar zu machen. Die zehn Motivatoren – bekannt unter dem Akronym CHAMPFROGS – sind:

  • Curiosity (Neugier) – der Drang, Neues zu entdecken
  • Honor (Ehre) – das Bedürfnis nach Integrität und Stolz auf die eigene Arbeit
  • Acceptance (Anerkennung) – Wertschätzung durch andere
  • Mastery (Meisterschaft) – besser werden im eigenen Tun
  • Power (Einfluss) – Gestaltungsspielraum und Wirkung
  • Freedom (Freiheit) – Unabhängigkeit in der Arbeit
  • Relatedness (Verbundenheit) – gute Beziehungen im Team
  • Order (Ordnung) – klare Strukturen und Sicherheit
  • Goal (Ziel) – Ausrichtung auf ein sinnvolles Ziel
  • Status (Status) – Anerkennung der eigenen Position

Diese Motivatoren sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt – und genau darin liegt der Schlüssel zum besseren Verständnis von Verhalten im Team.

So funktioniert das Moving Motivators Game

Das Moving Motivators Game ist eine einfache Coaching-Methode, die du allein oder im Team einsetzen kannst:

  1. Priorisieren: Ordne die Motivatoren nach ihrer persönlichen Wichtigkeit
  2. Reflektieren: Betrachte eine konkrete Veränderung (z. B. neue Rolle, Transformation)
  3. Verschieben: Überlege, welche Motivatoren stärker oder schwächer werden

Diese Übung schafft Klarheit über individuelle Antriebe und macht Motivation besprechbar – eine wichtige Grundlage für echtes Commitment.

Mehr Commitment im Team durch Transparenz über Motivation

Gerade in Veränderungsprozessen – ob agile Transformation oder Einführung von KI – hilft das Verständnis von Motivation enorm. Denn Veränderungen wirken sich direkt auf unsere inneren Antreiber aus.

Mit den Moving Motivators kannst du:

  • Motivation im Team sichtbar machen
  • Unterschiede zwischen Teammitgliedern verstehen
  • gezielt auf Veränderungen reagieren
  • Commitment nachhaltig stärken

Fazit: Commitment entsteht durch Verständnis, nicht durch Druck

Wenn Commitment im Team fehlt, liegt die Lösung selten in neuen Prozessen oder Tools. Vielmehr lohnt sich der Blick auf die individuellen Motivationen der Menschen.

Die Moving Motivators bieten dir einen einfachen Einstieg, um genau das zu tun – praxisnah, reflektiert und wirksam.

Links und Empfehlungen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich dir neben dem bekannten „Management for Happiness“ das Buch „Management 3.0“ von Jurgen Appelo. Es bietet viele weitere Impulse rund um moderne Führung und Motivation im agilen Kontext.

Hier noch der Link zum Download der Moving-Motivator Karten als pdf.

Hast du die Moving Motivators bereits ausprobiert? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Teile deine Gedanken gerne mit mir auf LinkedIn – ich freue mich auf den Austausch.

Dein agilophiler

Frank

Weitere Episoden des agilophil Podcasts findest du auf der Übersichtsseite Podcast.

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